Jetzt ist auch das Aus für die Halogenlampe gekommen

Ab 1. September 2018 verbietet die EU-Kommission nach der Glühlampe nun auch noch die Halogenlampe. Eigentlich wäre die Frist dafür bereits 2016 abgelaufen, aber die EU hat sich für eine Verlängerung von zwei Jahren entschieden.

Seit 2012, also gerade mal 6 Jahre ist es her, dass die EU die gute alte Glühlampe verboten hat. Damals führte die Ankündigung zu enormen Hamsterkäufen in Bau- und Supermärkten ... und jetzt? Nichts.

Die letzte Stufe der EU-Lampenverordnung untersagt ab 1. September in allen 28 EU-Ländern das Inverkehrbringen, also den Verkauf von besonders energiehungrigen Halogenlampen. Das betrifft vor allem Modelle der Energieklasse D mit ungebündeltem Licht (birnen- und kerzenförmige Lampen).

Es sind in dieser Verordnung zwar ein paar Ausnahmen definiert und Händler dürfen auch weiterhin noch die lagernden Restbestände verkaufen, aber über kurz oder lang werden nach den Glühlampen auch die Halogenlampen für immer von der Bildfläche verschwinden.

Laut der EU-Kommission ist der Stromverbrauch einer Halogenlampe fünfmal höher als der einer gleich hellen LED-Lampe. Und wie ein Rechenbeispiel zeigt, sind die Kosten für Anschaffung und Betrieb einer Halogenlampe bei täglich 3 Stunden Brenndauer nach 10 Jahren fast 6 Mal so hoch, wie die einer LED-Lampe.

Zur Ermittlung der Kostenersparnis von LED-Lampen gegenüber konventionellen Leuchtmitteln gibt es einige Online-Rechner, wie den Energiespar-Kalkulator von LEDVANCE

  • Was denkt ihr darüber? Findet ihr diese Maßnahme gut oder eher nicht?
  • Werdet ihr euch noch schnell einen Extravorrat an Halogenlampen zulegen oder endgültig auf die LED-Technologie umsatteln? 

  • Ich bin mit Glühlampen aufgewachsen und Halogenlampen fanden sich in den Autoscheinwerfern, Nachttischlampen oder Lichtschienensystemen und Einbau-Downlights.

    Die doch sehr begrenzte Lebensdauer dieser Leuchtmittel ist aufgrund des günstigen Preises zumindest finanziell nicht ins Gewicht gefallen. Ein Problem stelle vielmehr die Hitzeentwicklung dar. Bei einem Glühfaden wird ja nur ein relativ kleiner Teil in Licht umgewandelt, der Großteil der Energie ging als Wärme verloren – das war bzw. ist ja auch der Grund für das Verbot dieser Energiefresser.

    Bei uns im Büro wurden Glühbirnen schon vor Jahren auf Energiesparlampen bzw. Kompaktleuchtstofflampen umgestellt und die Deckenleuchten wurden auf verbrauchsgünstigere T8-Leuchtmittel umgestellt. Ich persönlich habe sukzessive kaputte Glüh- und Halogenlampen mit Energiesparlampen ersetzt. Da die Preise für LED-Leuchtmittel immer günstiger wurden, kaufe ich jetzt nur noch diese. Als Retrofit-Ersatz für HV-Halogenlampen mit dem GU10-Sockel gibt es jetzt sogar einen "smarten" LED-Ersatz, die dimmbare SMART LED QPAR51 (#3147495) von SLV.

    In den von uns betreuten Wohnanlagen werden schon seit einiger Zeit gemeinsam mit den Eigentümern Umrüstungen auf LED-Technik besprochen. Beginnend von großen Allgemeinbereichen, wie Tiefgarage und Außenanlagen (die weniger mit Glühlampen, sondern den seitens der Umwelt nicht unbedenklichen Leuchtstofflampen erhellt werden) kommen jetzt auch verstärkt Korridore, Treppenhäuser und Lagerräume in den Genuss der Umstellung auf langlebige LED-Lampen mit E27-Sockel – an der Auswahl hapert es ja mittlerweile nicht mehr.

    Die Unmengen an Altlampen inkl. Lagerbestände, die wir aus den diversen Gebäuden entfernen, werden fachgerecht von darauf spezialisierten Betrieben entsorgt. Ganz zu Beginn haben sich einige Kollegen das eine oder andere Leuchtmittel mit nach Hause genommen, aber das hat sich auch schon vor langer Zeit aufgehört. 

    Also: Nein, mir werden diese kleinen Heizquellen nicht fehlen, ganz im Gegenteil. Und ich finde auch die Maßnahme der EU recht sinnvoll, denn ohne ein Verbot würden nach wie vor billige Energiefresser importiert und verkauft werden.

    PS: Ich habe hier eine nette Zeitlinie der Lampenverbote gefunden:

  • Registered Users Mitglied

    Halogenlampen habe ich noch nie gemocht, denn die werden noch heißer als Glühlampen und mir kam immer vor, die Lebensdauer sei um einiges kürzer als die von Glühlampen. Die Energiesparlampen hatten zwar auch ihre Nachteile, aber zumindest wurden die Lampen und auch die Leuchten rundherum nicht so heiß.

    Seit die Preise der LED-Leuchtmittel vor 2-3 Jahren stark gesunken sind, habe ich - auch ohne bevorstehendes Verbot - Glüh- und Halogenlampen bereits auf LED-Lampen getauscht. Mittlerweile sieht am so ziemlich überall nur noch LEDs, selbst Gehweg- und Weihnachtsbeleuchtung. Aber auf großen Parkplätzen und Autobahnen sieht man immer noch überwiegend HID-Lampen im Einsatz, wie die gelblich leuchtenden Natriumdampflampen.

    Von Philips gibt es einen sehr anschaulichen Vergleich des Energieverbrauchs zwischen OptiVision MVP507 mit konventionellen 2000 W HID-Lampen und den neuen OptiVision LED-Flutern mit einer max. Systemleistung von 1.300 W (#3190917). Der Energieverbrauch kann hier um 60 % gesenkt werden und dank der geringeren Leistung reicht auch eine Versorgung mit 230 V Wechselspannung aus. Außerdem ist die Blendung geringer, d.h. die LED-Flutlichter können am Sportplatz oder in der Halle in einem geringeren Abstand zur zu beleuchtenden Fläche positioniert werden.

    Sind eigentlich die Halogenbrenner im Auto auch von diesem Verbot betroffen? Bzw. gibt es dafür schon einen LED-Ersatz? Bisher waren die LED-Scheinwerferlampen meistens nicht für den Einsatz im Bereich der StVO zugelassen.

  • Als Antwort auf Licht.Punkt:

    Licht.Punkt
    Aber auf großen Parkplätzen und Autobahnen sieht man immer noch überwiegend HID-Lampen im Einsatz, wie die gelblich leuchtenden Natriumdampflampen.

    Dabei handelt es sich nur noch um Altbestand, denn bereits 2012 begann die Ausphase für "uneffiziente" (lm/W Verhältnis) Natriumdampf-Hochdrucklampen und Halogen-Metalldampf-Hochdrucklampen. 2015 folgte die Ausphase für Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (HQL) und auch Natriumdampf-Hochdruck-Plug-In-Lampen, die gerne als Ersatz mit etwas geringerem Stromverbrauch (ca. 10 %) für die (gesundheitsschädlichen) Quecksilberdampf-Hochdrucklampen eingesetzt wurden. Seit dem Jahr 2017 gelten höhere Anforderungen für Halogen-Metalldampflampen mit dem Ziel, deren Energieeffizienz zu steigern. Außerdem wurde der Einsatz konventioneller magnetischer Vorschaltgeräte bei Neuinstallationen verboten. Seither sind nur noch effiziente elektronische Vorschaltgeräte zugelassen.

    Das alles geschieht auf Basis der ÖkoDesign-Richtline 2009/125/EG der EU-Kommission, die noch eine riesige Menge anderer elektrisch betriebener Verbraucher umfasst (Warmwasserspeicher, Fernseher, Elektromotore, Kühlgeräte, Staubsauger, Öfen und Herde, Kompressoren, usw.

    Für Haushaltslampen und Allgemeinbeleuchtung ist übrigens die Los-Nummer ENER 19 bzw. ENER 19a/ENER 19b zutreffend. Ziel ist es, nur noch Leuchtmittel ab der Energieeffizienzklasse A zuzulassen. Halogenlampen befinden sch meist in den Klassen B oder C und die alten Glühbirnen schafften selten mehr als die Klasse D. Die Richtlinie sieht auch bereits vor, in Zukunft vor allem ältere Energiesparlampen-Technologien auslaufen zu lassen.

    Sind eigentlich die Halogenbrenner im Auto auch von diesem Verbot betroffen?

    Nein, vom EU-Verbot ausgenommen sind Lampen, die nicht für die Raumbeleuchtung vorgesehen bzw. geeignet sind, wie z.B. Fahrzeugbeleuchtung, Wachstumslampen für Pflanzen, UV-C-Lampen für Desinfektionsverfahren, Glühfadenlampen in Kühlschränken und Backöfen, Deko-Lampen mit einem Lichtstrom von weniger als 30 lm, usw. Aber auch Leuchtmittel im Ampelanlagen, zur Flugplatzbeleuchtung und für medizinische Therapieanwendungen sind weiterhin zugelassen.

  • Als Antwort auf Markus Mattern:

    Markus Mattern
    Das alles geschieht auf Basis der ÖkoDesign-Richtline 2009/125/EG der EU-Kommission, die noch eine riesige Menge anderer elektrisch betriebener Verbraucher umfasst (Warmwasserspeicher, Fernseher, Elektromotore, Kühlgeräte, Staubsauger, Öfen und Herde, Kompressoren, usw.

    Interessant, und ich dachte immer, die EU-Verbote betreffen in erster Linie Haushaltsartikel. Aber klar, die neuen Effizienzklassen von Elektromotoren und elektrischen Pumpen zielen ja auch zum größten Teil auf Gewerbe und Industrie ab.

    Als Konsument merkt man das Verkaufsverbot von Energiefressern ja nicht so direkt, denn wenn man eine Waschmaschine oder einen Kühlschrank kauft, gibt es in den Geschäften ohnehin nur noch die zugelassenen Modelle.

    Gibt es eigentlich auch in Ländern außerhalb der EU ähnliche Richtlinien, um den Weg für energieeffiziente Produkte zu eben bzw. um Stromfresser allmählich loszuwerden? 

  • Registered Users Mitglied

    Als Antwort auf Funkenschuster:

    Funkenschuster
    Gibt es eigentlich auch in Ländern außerhalb der EU ähnliche Richtlinien, um den Weg für energieeffiziente Produkte zu eben bzw. um Stromfresser allmählich loszuwerden? 

    Ich dachte auch immer, das dieses Verbot eine rein europäische Erfindung ist, die sich erstmal nur auf die EU-Mitglieder beschränkt. Ich meine, man kann schließlich außerhalb der EU immer noch Glühlampen mit 75 W und 100 W kaufen oder sie sich von Ebay und Amazon sogar per Post schicken lassen (aber wer möchte das noch tun?).

    Dann bin ich aber mal bei Wikipedia auf diesen (englischsprachigen) Artikel über die Ausphasen von Glühlampen in Ländern auf der ganzen Welt gestoßen (mit einem Kompendium an Quellenangaben). Sehr interessant zu lesen, dass beispielsweise Kasachstan alle Glühbirnen über 25 W mit 1. Jänner 2014 verboten hat – zumindest am Papier, aber das ist schon mal ein erster Schritt. In Europa schloss sich Montenegro per 1. Juli 2018 dem EU-Verbot für Glühlampen über 100 W an. Auch in Brasilien ist seit 2013 der Import energieverschwendender Glühlampen von 61 W bis 100 W untersagt und diese dürfen seit Mitte 2014 auch nicht mehr verkauft werden. Selbst Nordkorea hat 2014 den Einsatz von LED-Lampen verpflichtend eingeführt, um mit dieser Maßnahme die chronische Energieknappheit im Land zu entlasten.

    Schönen Abend und ihr habt hoffentlich gutes Licht aus LED-Lampen :-)

  • Als Antwort auf Licht.Punkt:

    Extrem interessant finde ich, dass sich doch sehr viele Länder in Südamerika und auch Südafrika für ein Verbot entschieden haben. Wie das dort wohl in der Realität aussieht?
    Und ebenfalls interessant ist auch, dass sich die größte Volkswirtschaft der Welt – die USA – bisher noch nicht dazu durchringen konnten, die kleinen heißen Stromfresser durchgehend gegen LED-Lampen zu ersetzen.