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Was bedeutet die EU-DSGVO für Smart Home?

Hallo,

vor ein paar Tagen gab es ja schon eine Diskussion zu Smart-Home und Datenschutz.

Am 25. Mai 2018 wird ja die europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft treten.

Was mein ihr, welche Auswirkungen wird das für die Nutzer von Smart-Home-Systemen haben? 

Wird es wirklich die Verbraucher schützen, oder ist es nur bla, bla?

Welche Änderungen kommen auf die Installateure von Smart Home Systemen zu?

  • Hallo Horst,

    ich denke, dass jede Art von Datenschutz nur solange sicher ist, bis ein Hacker sich damit beschäftigt - oder bis die Regierung einen Bundestrojaner einschleust :-P

    Wie soll ich denn meine SmartHome-Systeme optimal schützen? Mit Fingerabdruck oder Iris-Scan? Das schwächste Glied jeder noch so stark verschlüsselten Signalübertragung ist derzeit das Passwort. Und wenn ich das so kompliziert wähle, dass ich es mir selbst nicht merken kann, muss ich entweder im Dunkeln auf die Toilette gehen, finde auf Facebook ein Video meiner smarten Schlafzimmer-Überwachungskamera wieder, oder mir wird der Zutritt zum eigenen Haus von einem Hacker verweigert. Und dabei rede ich noch nicht einmal von den verheerenden Folgen durch ein technisches Gebrechen von Anlagenkomponenten.

    Meiner Meinung nach sind alle "smarten Lösungen" und IoT zwar eine tolle Sache, aber es liegt in der Natur des Menschen, ausgeklügelte Technik für unlautere Zwecke zu missbrauchen – von lästigen Werbeangeboten über das Ausspionieren von Bankdaten bis hin zu Angriffen auf die Steuerung von Atomkraftwerken. Das war schon immer so und wird sich wohl auch nicht so schnell ändern solange der Handel mit persönlichen Daten und Infos über Vorlieben und Lebensgewohnheiten ein derart lukratives Geschäft ist. Und je undurchschaubarer die Technik wird, umso leichter klappt es mit dem Datenklau.

    In Zukunft wird jede Elektriker-Ausbildung auch eine Schulung zur Netzwerksicherheit beinhalten müssen (siehe DIN EN ISO/IEC 27001). Als Berater verwundert es mich immer wieder, wie wenig manche Installateure von Alarm- und Kameraanlagen von Datensicherheit (und auch Vorschriften) wissen und deshalb auch den Kunden schlecht oder sogar falsch informieren. Bei vielen Installationssystemen kommt man schon heute ohne Computerkenntnisse nicht sehr weit, aber die Vielzahl an Möglichkeiten zur Konnektivität und Datenschutz wird die (Elektro-)Fachkräfte noch weiter unterteilen. Was mir bei all den Diskussionen über die zukünftigen und komfortablen Systemen fehlt, sind Ideen für eine reibungslose interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Gewerke – und diese "menschlichen Schnittstellen" waren schon ein großes Problem, bevor die unterschiedlichen Anlagenteile (zum Nutzen des Kunden?) miteinander vernetzt wurden.

    Ich bin ganz sicher kein Fortschrittsgegner, aber je großartiger eine neue Technologie präsentiert wird, umso kritischer hinterfrage ich deren angepriesenen Nutzen. Es werden ganz klar fantastische neue Möglichkeiten entstehen (siehe Industrie 4.0), aber wie bei den beliebten "Vorteilskarten" der Supermärkte liegt die Gefahr oftmals nicht bei der momentanen Auswertung der Betriebs- und Kundendaten, sondern in der langfristigen Speicherung für eine zukünftige Verwendung, deren Nutzen und Auswirkungen man sich heute noch gar nicht vorstellen kann. Am besten einfach mal nach "IoT Gefahr" googlen, aber nicht um zu verzweifeln, sondern um informiert und vorbereitet zu sein! Sowohl beruflich, als auch privat.